Ausbildung

3 Jahre Ausbildung bis zum Pferdewirt

Die Ausbildung erfolgt im dualen Ausbildungssystem – im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule – und dauert i.d.R. drei Jahre. Der Ausbildungsbetrieb muss von der Zuständigen Stelle anerkannt worden sein. Die Berufsschule wird entweder ein bis dreimal wöchentlich (je nach Lehrjahr) oder in Form von Blockunterricht besucht.

Die Wahl des Ausbidlungsbetriebes hängt eng mit der gewählten Fachrichtung zusammen. Als Entscheidungshilfe vor Beginn der Ausbildung sind Praktika empfehlenswert, die jedoch nicht länger als zwei bis vier Wochen dauern sollten. Die eigenen Erwartungen sollten hier mit denen des Ausbilders übereinstimmen.

Vor Beginn der Ausbildung muss ein Ausbildungsvertrag zwischen dem Ausbilder und dem Auszubildenden geschlossen werden, den die zuständige Stelle genehmigen muss. Die Ausbildungsvergütung ist abhängig vom jeweiligen Bundesland und sollte vor Beginn der Ausbildung mit der zuständigen Stelle abgeklärt werden.

Klassische Reitausbildung

Der Pferdewirt Fachrichtung „Klassische Reitausbildung“ arbeitet vorwiegend in
Ausbildungs- und Turnierbetrieben sowie Vereinen. Er kümmert sich um die Ausbildung
von Pferden und Reitern. Für diese Fachrichtung sind vor allem
reiterliches Talent und Erfahrung im Sattel wichtig. Die meisten Ausbildungsbetriebe
setzen den Besitz eines Reitabzeichens voraus.

Pferdehaltung und Service

Von Pferdewirten der Fachrichtung „Pferdehaltung und Service“ wird kunden- und
serviceorientiertes Handeln in allen Bereichen der Pferdehaltung erwartet. Diese
Ausbildung hat einen besonders hohen Stellenwert für die Pensionspferdehaltung und
die damit verbundene Dienstleistung rund ums Pferd. Der freundliche und
zuvorkommende Umgang mit den Kunden ist Grundvoraussetzung.

Pferdezucht

In der Fachrichtung „Pferdezucht" geht es um die Praxis auf Zucht- bzw.
Aufzuchtbetrieben sowie auf Deckstationen. Um die Zuchttheorie und die
Besamungstechnik erfassen zu können, ist ein solides naturwissenschaftliches
Grundwissen wichtig.

Spezialreitweisen

Der Pferdewirt Fachrichtung „Spezialreitweisen“ kann sich auf „Gangreiten“ oder
„Westernreiten“ konzentrieren. Er arbeitet vorwiegend in Ausbildungs- und
Turnierbetrieben sowie Vereinen. Er kümmert sich um die Ausbildung von Pferden und
Reitern. Für diese Fachrichtung sind vor allem reiterliches Talent und Erfahrung im Sattel
wichtig.

Pferderennen

Der Pferdewirt Fachrichtung „Pferderennen“ kann sich auf „Galopprennen“ oder
„Trabrennfahren“ spezialisieren. Er trainiert Rennpferde und nimmt an Rennen teil.
Beschäftigt ist er in Rennställen, Trainingsbetrieben oder Rennvereinen. Wichtig sind
reiterliches Talent bzw. Talent für die Fahrleinen, körperliche Fitness sowie Geschick im
Umgang mit Pferden und Kunden.

Zwei Prüfungen müssen abgelegt werden

Prüfungsorte
Die Zwischen- und Abschlussprüfungen für die Fachrichtung Klassische Reitausbildung finden an der Deutschen Reitschule in Warendorf statt. Ausnahme ist das Bundesland Bayern, wo sie an der Bayerischen Landes-Reit- und Fahrschule in München-Riem stattfinden.
Für die übrigen vier Fachrichtungen werden die Zwischen- und Abschlussprüfungen in ausgewählten, anerkannten Ausbildungsbetrieben in den jeweiligen Bundesländern durchgeführt. Manche Bundesländer führen auch gemeinsam Prüfungen an einem bestimmten Ort durch.

Zwischenprüfung
In der Regel findet nach Beenden des ersten Ausbildungsjahres zur Überprüfung des Ausbildungsstandes eine Zwischenprüfung statt. Diese bildet die Abschlussprüfung auf einem niedrigeren Niveau ab.

Geprüft wird in folgenden Bereichen:
•Pferdehaltung und -gesundheit (Pferde identifizieren und beurteilen / Gesundheits- und Ernährungszustand von Pferden beurteilen / Futtermittel auswählen, die Qualität beurteilen, Fütterungen durchführen / Haltungsbedingungen beurteilen / Pferde pflegen und versorgen)
•Pferde bewegen (Umgang mit Pferden, Ausrüstung, Vorstellung / Erziehung und Ausbildung von Pferden erläutern)

Abschlußprüfung
In der Abschlußprüfung wird festegestellt ob der Prüfling die berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat.
In jeder Fachrichtung werden daher unterscheildiche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten abgeprüft.

Prüfungsbereiche Fachrichtung Pferdehaltung und Service:
1. Kundenberatung und -ausbildung
2. Bewegen von Pferden
3. Haltung und Versorgung von Pferden
4. Betriebsorganisation
5. Wirtschafts- und Sozialkunde

Prüfungsbereiche Fachrichtung Pferdezucht:
1. Durchführung von Zuchtmaßnahmen
2. Haltung und Betreeung von Zuchtpferden
3. Vorstellen von Pferden
4. Planung und Organisation der Pferdezucht
5. Wirtschafts- und Sozialkunde

Prüfungsbereiche Fachrichtung Klassische Reitausbildung:
1. Dressurausbildung
2. Springausbildung
3. Ausbildung von Reitern und Reiterinnen
4. Pferdegesundheit, Reit- und Sportlehre
5. Wirtschafts- und Sozialkunde

Prüfungsbereiche Fachrichtung Pferderennen:
1. Gesundheit von Rennpferden
2. Training von Rennpferden
3. Leistungsvermögen von Rennpferden
4. Planung von Renneinsätzen
5. Wirtschafts- und Sozialkunde

Prüfungsbereiche Fachrichtung Spezialreitweisen:
1. Pferdehaltung- und Gesundheit
2. Ausbildung von Pferden
3. Ausbildung und Beratung von Reitern und Reiterinnen
4. Planung und Organisation
5. Wirtschafts- und Sozialkunde