Ernennung zum Reitmeister: Wolfram Wittig

Er ist Reiter, Trainer, Züchter, Denker und Lenker: Der Pferdewirtschaftsmeister Wolfram Wittig reiht sich ein in die illustre Reihe derer, denen von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung der ehrenwerte Titel „Reitmeister“ verliehen wurde – festlich im Rahmen des Frankfurter Festhallenturniers. Dieser Titel ist etwas ganz Besonderes: Denn er verkörpert die höchste Stufe, die ein Pferdewirtschaftsmeister in seiner beruflichen Laufbahn erreichen kann – mehr geht nicht!

Bereits zu Beginn seiner Karriere als Berufsreiter demonstrierte der gebürtige Bayer Wolfram Wittig seinen Ehrgeiz – als Auszubildender seines Lehrherrn Walter Biedermann gelang Wittig eine Berufsprüfung mit Stensbeck-Auszeichnung. Nach kurzem Hineinschnuppern in die Disziplinen Springen und Vielseitigkeit entschied sich Wittig für den Dressurfrack, machte beruflich schnell Nägel mit Köpfen und absolvierte auch seine Pferdewirtschaftsmeisterprüfung mit Bravour.

Mit diesem soliden beruflichen Fundament baute Wittig dann gemeinsam mit seiner Frau Brigitte im nordrhein-westfälischen Rahden einen renommierten Zucht- und Ausbildungsbetrieb auf und machte sich erst sportlich, dann züchterisch und als Trainer einen Namen. Mit dem selbst gezogenen Hannoveraner Fuchshengst Breitling W v. Bismarck, (1991 geboren, 2015 verstorben), erritt Wittig über 100 Siege und Platzierungen in der Königsklasse, dem Grand Prix. Breitling führt übrigens auch 2018 wieder die FN-Zuchtwertschätzung Turniersport Dressur an.

Auch züchterisch machte sich die Familie Wittig einen Namen: Nicht weniger als 39 ihrer Zuchtprodukte erreichten die Klasse S, mehr als ein Drittel davon sogar Grand Prix-Reife. Von dem Ausnahmehengst Breitling W stammen einige Top-Dressurpferde ab, unter anderem Blind Date, die zunächst von Brigitte Wittig, später von Victoria Max-Theurer in den internationalen Sport hineinwuchs.

Als Trainer investierte Wolfram Wittig all sein Wissen natürlich in seine Frau Brigitte, aber auch Victoria Max-Theurer, Kira Wulferding, Marcus Hermes oder Matthias Bouten gehören bzw. gehörten zu seinen Schülern. Viele Jahre stand Wittig auch der Ausnahmereiterin Isabell Werth mit Rat und Tat zur Seite. „Reiten ist nicht nur Handwerk, Reiten ist auch Kunst“, ist sein Leitfaden in der Ausbildung von Reitern und Pferden.

Wolfram Wittig erhielt den begehrten Titel des Reitmeisters aus den Händen des BBR-Vorsitzenden Burkhard Jung. Vor 1989 haben vier Berufsausbilder diesen Titel durch eine Prüfung erworben, seit 1989 kann man nur noch auf Empfehlung der FN zum Reitmeister ernannt werden. Wolfram Wittig ist damit der 32. Ausbilder, dem diese Ehre zuteil wurde.

Die Bundesvereinigung der Berufsreiter gratuliert herzlich!